Traumastellen nach Ruppert

Ein seelisches Trauma (Verletzung) kann entstehen, wenn uns etwas Schlimmes zustößt, z.B.
Gewalterfahrungen, Verlust eines geliebten Menschen oder der Heimat, Unfälle, Naturkatastrophen, …
Um Derartiges aushalten und weitermachen zu können, spalten sich Teile von uns ab.
Ziel dieser Traumatherapie ist es, diese Teile zu finden und wieder zu integrieren.
Auch diese Methode ist kein Wundermittel, sondern erfordert viel Geduld, Arbeit und Zeit, die Patient und Therapeut gemeinsam investieren.

Mit der Frage nach einer wirksamen Therapie für traumatisierte Menschen entwickelte Prof. Dr. Franz Ruppert seine Aufstellungsarbeit auf dem Boden bereits bestehender therapeutischer Methoden.
Bereits in den Anfängen dessen stieß er auf Traumata, die nicht seine jeweiligen Patienten, sondern deren Familienangehörigen (Eltern, Großeltern, Urgroßeltern …) zugestoßen waren – und dennoch das Leben der Patienten massiv beeinträchtigten.
Seine Schlussfolgerung daraus war, dass wir bereits im Mutterleib die Traumata unserer Vorfahren übernommen haben müssen.
Aus den daraus resultierenden Erkenntnissen entwickelte er die mehrgenerationale Traumatherapie.

In jüngster Zeit gibt es dafür untermauernde wissenschaftliche Beweise, vor allem aus der genetischen Forschung bezüglich einiger Angststörungen und Psychoseformen: Unterschiedliches Erleben von Situationen aktiviert unterschiedliche Abschnitte von Genen, die bei der Zeugung eines Kindes in genau diesem spezifisch aktivierten Zustand weitergegeben werden (z.B. New Scientist 2011: 211, No. 2923; 16)
Auch die Hirnforschung erklärt im Nachhinein Annahmen und Theorien Prof. Rupperts, vor allem in Bezug auf die embryonale Entwicklung des Menschen (z.B. Dr.Gerhard Hüter).

Als sehr geeignete Grundlage für die konkrete Arbeit mit traumatisierten Menschen erwies sich die bereits bestehende Technik des Familienaufstellens, die allerdings deutliche Abwandlung erfahren musste, um ihren Zweck zu erfüllen.
Es gibt viele Erklärungsversuche dafür, warum das Aufstellen als solches überhaupt funktioniert, von wissenschaftlich-physikalischen bis hin zu extrem esoterischen.
Bis heute gibt es jedoch keinen Beweis dafür außer den des direkten subjektiven Erlebens, dass es funktioniert und nachhaltige Wirkung zeitigen kann (wobei gilt, dass z.B. auch die Pharmaindustrie für etliche Medikamente keine Erklärung hat, warum diese funktionieren, sondern nur darauf verweisen kann, dass sie es tun).

Wie bei den meisten Therapieformen ist auch das Traumastellen nach Ruppert nie fertig, sondern wird ständig weiter entwickelt.